Sprachentwicklung

Verlauf der normalen Sprachentwicklung


Das Vorsilbenalter (0 - 5 Monate) 

  • In den ersten sechs bis sieben Wochen ist das reflexhafte Schreien vorherrschend, z.B. bei Hunger, Schmerz etc. 
  • Das Baby reagiert auf Geräusche. 
  • Es bewegt seine Augen oder seinen Kopf in die Richtung der Klangquelle. 
  • Es beginnt mit seinen Sprechorganen zu experimentieren. Es beginnt zu lallen und erzeugt Geräusche, wie Quietschen, Brummen sowie erste Gurrlaute, z.B. "ngä", "ngrr". 
  • Das Silbenalter (6 - 12 Monate) 


Ab circa 6 Monaten beginnt das Silbenplappern, welches sich durch wiederholte Konsonant- Vokal-Silben auszeichnet, z.B. "baba", "dada". Die Laute werden nun zunehmend an die Muttersprache angepasst. Das Verständnis für eine Sprache beginnt sich zu entwickeln: das Kind kann die Frage nach einem alltäglichen Gegenstand und einfache Sätze verstehen. 


Sprachverstehen und Sprachproduktion (10.-12. Monat) 

  • Das Kind ahmt Gesten wie "winke-winke" nach. 
  • Es zeigt auf den Gegenstand, den es haben möchte. 
  • Kopfschütteln, wenn es etwas nicht will; Nicken, wenn es einverstanden ist. 
  • Das Kind versteht einfache Aufträge. 
  • Es sagt „Mama“ und „Papa“. 
  • Es reagiert auf seinen Namen. 
  • Spricht erste Wörter, z.B. „Mama", „nein", „wau-wau" 
  • Versucht Wörter, z.B. "Mama", Silben, z.B. "dada", "baba" oder Geräusche, z.B. Motorengeräusch nachzuahmen. 
  • Dabei treten verschiedene alterstypische Vereinfachungsprozesse auf: - Silbenverdopplungen, z.B. „Baba" = Ball. - Auslassung unbetonter Silben, z.B. „Nane" = Banane. - Lautauslassungen, v.a. finaler Konsonanten, z.B. „Löffe" = Löffel.
  • Vereinfachung von Konsonantenverbindungen, z.B. „Bot" = Brot. - Lautersetzungen, v.a. von Zischlauten, z.B. „Tu" = Schuh. 

 

Lassen Sie sich beraten, wenn: 

  • Ihr Kind keine ersten Worte spricht. 
  • Ihr Kind nur mit Gestik und Mimik versucht zu kommunizieren. 

 

Sprachverstehen und Sprachproduktion (21.-24. Monat)

  • Das Kind versteht einfache Sätze und Aufgaben z.B. "Hol den Ball!", "Zeig mir den Stuhl!". 
  • Es benennt bekannte Dinge. 
  • Der Wortschatz wächst und umfasst etwa 200 Wörter. 
  • Spricht: Substantive, z.B. Körperteile, Spielsachen. 
  • Funktionswörter, wie "da", "mehr", "auch". 
  • Erste Verben, wie "aufmachen". 
  • Produziert Zweiwortäußerungen, zum Beispiel "Ball haben!", "Puppe schlafen!". 
  • Benutzt Negationswörter, z.B. "Nicht haben!". 
  • Erstes Fragealter: Einwortfragen mit steigender Intonation, z.B. "Is das?". 


Lassen Sie sich beraten, wenn: 

  • Der Wortschatz des Kindes außer „Mama“ und „Papa“ nur wenige Wörter umfasst. 
  • Das Kind meistens unverständlich spricht. 
  • Das Kind keine 2-Wortsätze bildet („Mama da“). 
  • Sie das Gefühl haben, Ihr Kind versteht Sie nicht. 

 

Sprachverstehen und Sprachproduktion (32.-36. Monat) 

  • Das Kind versteht einfache Geschichten. 
  • Es bildet Sätze. 
  • Es stellt Fragen. 
  • Versteht Zweifachaufträge, z.B. "Lege den Löffel in die Tasse!". 
  • Spricht alle Laute korrekt, bis auf die Zischlaute s, sch, ch. 
  • Erste Konsonantenverbindungen, zum Beispiel bl, fl. 
  • Einige alterstypische Vereinfachungsprozesse: - Vereinfachung von Konsonantenverbindungen - Lautersetzungen v.a. von sch und ch, z.B. Schuh -> "Su", "Ich" -> "Is" - Lautangleichungen, z.B. "Treppe" -> "Kreppe", "Drei" -> "Grei" -
  • igmatismus 
  • Achtung: Mit 3,5 Jahren sind Probleme bei t, d, n und/oder häufige Lautersetzungen am Wortanfang durch h nicht mehr altersgerecht. 
  • Spricht mit 30 Monaten etwa 450 Wörter: Gebraucht Verben, Adjektive, Adverbien, Artikel, erste Präpositionen, z.B. "in", "unter", Personalpronomen, z.B. "ich", "du", "mein". 
  • Kann Grundfarben zuordnen. 
  • Versteht einfache Präpositionen. 
  • Korrekte Verbzweitstellung, z.B. "Lisa trinkt Wasser". 
  • Verbindung: -st: "Du bist....". 
  • Nebensatzbildungen mit einfachen Konjunktionen, z.B. "und", "weil".
  • Zweites Fragealter: Wer? Was? Wo? Warum? Etc. 

 

Lassen Sie sich beraten, wenn: 

  • Das Kind für Fremde unverständlich spricht. 
  • Es wenige Tätigkeitswörter, keine Artikel oder Eigenschaftswörter (z. B.: dick) benutzt. 
  • Es noch nicht beginnt, die Mehrzahl zu bilden. 
  • Es noch keine einfachen Sätze bildet. 

 

Sprachverstehen und Sprachproduktion (43.-48. Monat) 

  • Versteht Mehrfachaufträge, z.B. "Nimm einen blauen Stein und lege ihn auf den Tisch!". 
  • Kann Farben zuordnen. 
  • Weitere Präpositionen, z.B. "neben", "vor". 
  • Benennt Farben korrekt. 
  • Spricht mit 4 Jahren alle Laute korrekt, bis auf s und sch. 
  • Achtung: Mit 4 Jahren sind Probleme bei w, f, ch, k, g nicht mehr altersgerecht. Das gilt auch, wenn das Kind keine Konsonantenverbindungen spricht. 
  • Verbzweit-/-endstellung in Haupt- und Nebensätzen korrekt. Zum Beispiel "Ich gehe ins Bett, weil ich müde bin." 
  • Korrekte reguläre Verbflexion, z.B. "Ich mache..., du machst...".
  • Vergangenheits- und Zukunftsformen, z.B. "Ich war heute im Kindergarten." 
  • Singt Lieder, spricht Verse. 


Lassen Sie sich beraten, wenn: 

  • Es dem Kind schwer fällt, Sätze zu bilden. 
  • Es grammatikalisch falsche Sätze bildet. 
  • Es nicht immer verständlich spricht. 
  • Es nicht einfache Inhalte wiedergeben kann. 

 

Sprachverstehen und Sprachproduktion (58.-64. Monat) 

  • Befolgt drei Aufträge in korrekter Reihenfolge, zum Beispiel "Nimm das kleine Pferd und stelle es hinter das große Haus!". 
  • Spricht alle Laute bis auf den S-Laut korrekt. 
  • Verwendet Oberbegriffe, zum Beispiel Fahrzeuge, Möbel... 
  • Benutzt abstrakte Begriffe, zum Beispiel Glück. 
  • Zählt bis 10. 
  • Verwendet korrekte Pluralformen. 
  • Zeigt noch Unsicherheiten bei verneinten Sätzen, Fragen und Passivsätzen. 
  • Erzählt kleine Geschichten nach. 

 

Wenn Sie sich Sorgen machen, ob Ihr Kind unter Umständen sprachentwicklungsgestört ist, lassen Sie sich beraten. Je früher eine logopädische Therapie beginnt, desto besser. Logopäden können mit Hilfe von Diagnostikverfahren oft bereits bei zweijährigen Kindern zwischen "Spätentwicklern" und Kindern, bei denen eine behandlungsbedürftige Störung vorliegt, zuverlässig unterscheiden. Wenn logopädische Behandlung erforderlich sein sollte, muss sie im Idealfall so frühzeitig wie möglich beginnen, damit die Entstehung bzw. Verschlechterung einer Störung verhindert werden kann (Prävention). Logopäden behandeln Kinder im Alter von 0-3 Jahren (Frühförderbereich), 3-6 Jahre (Vorschulbereich) und Schulkinder.

Ein Wort, das ein Kind nicht kennt, ist ein Gedanke, den es nicht denken kann.

-Wolfgang Maier

Mitglied im Verband

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